PDF/X näher beleuchtet (Teil 2)

PDF/X-3 ist unter ISO 15930-6 als offizieller ISO-Standard definiert. Die Normierung beinhaltet folgende Vorschriften:

  • Alle Schriften müssen in die Datei eingebettet werden.
  • Die Daten dürfen Graustufen, CMYK oder Schmuckfarben enthalten. Zu dem sind RGB-, LAB- und ICC-basierte-Farbräume erlaubt. Bei Verwendung solcher geräteunabhängigen Farbräume müssen die zugehörigen ICC-Profile eingebettet und die Rendering Intents hinterlegt werden.
  • OPI ist in den Dateien nicht erlaubt.
  • Multimediale Inhalte wie Musik und Filme sind nicht erlaubt.
  • Die Datei sollte keine Formulare oder Javascript-Code enthalten.
  • Wenn Anmerkungen (Notizen) in der PDF notwendig sind, sollten sie sich außerhalb des druckbaren Bereich befinden.
  • Nur bestimmte Kompressionsalgorithmen (z.B. JPEG) werden unterstützt.
  • Verschlüsselung darf nicht verwendet werden.
  • Transfer Kurven dürfen nicht verwendet werden.
  • Transparenzen sind nicht erlaubt.

Es gibt aber auch Informationen die in einer PDF/X-3 Datei enthalten sein müssen:

  • Der Status für Überdrucken (ON oder OFF) muss gesetzt sein:
  • In PDF/X-3 Dateien müssen die Bleed- und Trimm-Box definiert sein.
  • Durch die MediaBox wird die Größe des gesamten Dokuments definiert.
  • Das Ausgabeziel (die beabsichtigte Druckbedingung) muss definiert sein:
    • durch ein ICC-Farbprofil. Profile können eingebettet oder referenziert werden.
    • durch ein output condition identifier, eine einfach Beschreibung der beabsichtigten Druck-Spezifikationen (z. B. FOGRA39).
  • Eine Kennzeichnung, dass es eine PDF/X-Datei und welche Art PDF/X-Datei es ist, muss angegeben werden.

Als Versionen kommen PDF 1.3 für PDF/X-3:2002 und PDF 1.4 für PDF/X-3:2003 zum Einsatz. In der Praxis hat sich PDF/X-3:2003 etabliert.

Die wesentliche Änderung gegenüber einer PDF/X-1a ist die Einführung geräteunabhängiger Farbräume. Das setzt ein funktionierendes Colormanagement seitens der Datenerzeuger voraus. Allerdings ermöglich PDF/X-3, trotz funktionierendem Colormanagement, einen Wildwuchs von unterschiedlichen ICC-Profilen in einer Datei. Da Vorlagen von unterschiedlichen Quellen mit den jeweiligen ICC-Profilen eingebettet werden, ist der Datenerzeuger für die Richtigkeit der Farbprofile verantwortlich.

Seitens des Druckdienstleisters muss ein Wissen zum richtigen Umgang mit Farbprofilen existieren. Vor allem sollte man einschätzen können, ob die zugewiesenen Farbprofile plausibel sind. Das erfordert einen guten Überblick über praxisrelevante Farbprofile. Im Zweifel sollte man die richtigen Farbprofile beim Datenerzeuger erfragen.

Im nächsten Teil beleuchte ich PDF/X-4 und PDF/X-5 näher.