Entwicklung der Arbeit im grafischen Gewerbe

Die Entwicklung der Arbeit im grafischen Gewerbe wird zwei Wege beschreiten. Druckereien und Dienstleister werden zwangsläufig ihre Vielfalt verlieren und in wenigen großen Betrieben arbeiten. Der Markt für kleine Druckereien wird nur noch in einigen Nischen existieren. Die Auflagen sinken, die Produktvielfalt wird steigen. Eine zunehmende Kleinteiligkeit in der Produktion ist zu sehen. Diese Entwicklung begünstigt den Digitaldruck. Im klassischen Offsetdruck ist ein Rückgang zu beobachten. Bei den analogen Druckverfahren verzeichnet lediglich der Flexodruck Zuwachsraten. Das belegen die aktuellen Prognosen des BVDM. Einen anderen Weg gehen die Kreativen der Branche. Hier werden nur in Nischen die großen Agenturen überleben können. Das Konzept der klassischen kreativen Agentur ist überholt. Sie sind für zukünftige Aufgaben zu starr und nicht flexibel. Agenturen werden maximal als Träger (Host) für Netzwerke dienen. Diese Neuorientierung ist jetzt schon zu sehen. Unterhalb der Agenturen finden sich viele kleine Gruppen oder Einzelkämpfer projektweise zu Teams zusammen. Die Fluktuation innerhalb der Teams wird sehr stark sein und die Teams werden eine Eigendynamik entwickeln, die stark von ihren Tätigkeiten abhängig ist. Dank Internet und moderner Kommunikationsmittel ist eine räumliche Begrenzung nicht mehr vorzufinden. Es kann jederzeit und überall gearbeitet werden. Das klassische Büro und die feste Arbeitszeit gibt es nicht mehr. Selbst die Überschreitung der Zeitzonen stellen heute kein Problem mehr dar. Eine Studie von Gartner, Inc. (http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1416513) beschreibt im wesentlichen diese Entwicklung. Diese Studie bezieht sich allgemein auf die Entwicklung der Arbeitswelt. Einige der Thesen lassen sich aber heute schon gerade im kreativen Umfeld feststellen. An dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung Thesen:

  1. De-routinization of Work
 – Ausübung von Nicht-Routine-Prozessen, wie Forschung, Führung, Verkauf und Lernen
  2. Work Swarms – 
Teamleistung statt Einzelleistung
  3. Weak Links – 
unbürokratischer Austausch
  4. Working with the Collective
 – Arbeiten im Team, schnelle Teambildung
  5. Work Sketch-Ups – 
Ausschaltung von Routine-Tätigkeiten
  6. Spontanous work – 
proaktive Tätigkeiten, Ideenfindung, arbeiten ohne direkten Auftrag
  7. Simulation and Experimentation
 – zunehmende Virtualisierung von Prozessen
  8. Pattern Sensitivity
 – Musterbildung im Geschäftsumfeld
  9. Hyperconnected 
– die Vernetzung der Netzwerke.
  10. My Place – der virtuelle Arbeitsplatz